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Symmetrische lupoide Onychodystrophie (SLO)

Die Symmetrische lupoide Onychodystrophie ist eine Autoimmunkrankheit. Die Schutzstoffe des Immunsystems, die zur Bekämpfung von fremden Eindringlingen wie beispielsweise Bakterien oder Viren gebildet werden, richten sich gegen körpereigene Substanzen. Das Immunsystem bekämpft sich somit selbst.

 

SLO führt zu gravierenden Krallenproblemen bei ansonsten scheinbar gesunden Hunden. Sie zeichnet sich durch den Ausfall von Krallen aus, wobei die Krallen von mindestens zwei verschiede-nen Pfoten betroffen sind. Letztendlich können auch alle Krallen ausfallen.

 

Während sich die Kralle formt, tritt eine Schädigung unter dem Krallenfalz an der Krallenbasis auf. Das hat zur Folge, dass sich die Krallentüten lockern und ausfallen. Erst wenn der beschädigte Teil hervortritt, wird normalerweise die Kralle abgestoßen. Die Störung tritt also schon einige Monate vorher auf, bevor das Resultat ersichtlich ist.

 

Nach dem die Kralle ausgefallen ist, benötigt sie eine Wachstumszeit von ca. 3 Monaten, bevor sie wieder sichtbar wird bzw. unter dem Krallenbett hervortritt. Sobald sie dann eine bestimmte Länge erreicht hat, fällt sie erneut aus. Dieser Ablauf - vom Wachsen bis zum Ausfallen der Kralle – stellt ein deutliches Muster dar und wiederholt sich fortwährend. Das erweckt den Eindruck, dass es gute und schlechte Zeiten der Erkrankung gibt – Zeiträume, in denen die Krallen ständig ausfallen und Zeiträume, in denen die Krallen sehr gut wachsen. Obwohl es auch Abweichungen gibt, da nicht alle Krallen gleich schnell wachsen oder ausfallen.

 

Durch SLO können weiterhin Sekundärinfektionen sowie spaltende oder deformierte Krallen auftre-ten. Der lebende Teil der Kralle, wo sich Nerven und Blutzufuhr befinden, kann sich zurückbilden. Der Hund hat starke Schmerzen und reagiert oftmals mit Lahmheit.
Da ein überaktives Immunsystem für den Körper sehr anstrengend sein kann, ist es möglich, dass die betreffenden Hunde öfters unter Mattigkeit leiden.

 

Die Krankheit bricht häufig im Alter von ca. 4 Jahren aus, obwohl auch andere Altergruppen be-troffen sind.

 

Die Ursache dieser Erkrankung ist noch ungeklärt. Es wird eine Kombination aus mehreren Fakto-ren vermutet. Als mögliche Auslösefaktoren werden u. a. Impfungen, Infektionen usw. diskutiert. Die Vererbung eines solchen Defektes ist möglich, wahrscheinlich muss der betreffende Hund aber auch eine gewisse Anfälligkeit für solche Erkrankungen aufweisen.

 

Leider gibt es kaum Veterinärmediziner, die sich mit dieser Erkrankung auskennen. Es ist sehr schwierig, einen Tierarzt zu finden, welcher die symmetrische lupoide Onychodystrophie schon einmal behandelt hat. Manche Tierärzte bringen diese Erkrankung mit dem Pemphigus in Verbin-dung. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn erst Mitte der 90er Jahre wurde veröffentlich, dass es sich bei SLO um eine eigenständige Erkrankung handelt. Zuvor wurde diese Erkrankung der Pemphi-gus-Gruppe zugeordnet.

 

Spezialisten, die sich mit SLO auskennen, sind in der Lage an Hand des Krankheitsverlaufs bzw. der Krankheitssymptome SLO zu diagnostizieren, besonders wenn die typischen Merkmale dieser Erkrankung auftreten. Allerdings sollten auch Pilz- oder bakterielle Infektionen als Differentialdiag-nose Berücksichtigung finden, da diese verbreiteter und in den Symptomen ähnlich sind.

 

Die Behandlungen von SLO sind ziemlich spezifisch. Normalerweise kann die Diagnose als bestä-tigt betrachtet werden, wenn die Therapie erfolgreich ist.

 

Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Biopsie. Die Gewebeentnahme ist jedoch für viele ein großer Schritt, da diese eine Amputation mit einschließt. Die Amputation der Afterklaue / Wolfskralle wäre hierbei die günstigste Wahl, falls diese betroffen ist. Die Untersuchung der Ge-webeprobe sollte ein darauf spezialisierter Pathologe vornehmen.

 

Da es sich bei SLO um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist eine Heilung ausgeschlossen. Je-doch gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. In vielen Fällen kann durch die entsprechende Therapie ein normales bzw. fast normales Krallenwachstum erreicht werden. Das nachwachsende Horn kann zwar deformiert aussehen, jedoch fällt es nicht mehr aus. Es gibt Hunde, die überhaupt keinen Rückfall haben, wenn die Therapie optimal anschlägt.

 

Das scheinbar am häufigsten angewendete Protokoll bei der Behandlung von SLO ist eine Kombi-nation aus essentiellen Fettsäuren, Tetracyclin und Nicotinamid (kein Niacin oder Nikotinsäure!). Dabei ist darauf zu achten, dass die eingesetzte essentielle Fettsäure einen hohen Anteil an Omega 3 (Eicosapentaensäure [EPA] und Docosahexaensäure [DHA]) aufweist. Die aus der Omega-3-Fettsäure EPA produzierten Hormone wirken entzündungshemmend. Das Nicotinamid ist ein Stoff der Vitamin-B-Gruppe. Es verbessert den Blutfluss und wirkt an vielen Stoffwechselreaktionen mit. Das Tetracyclin soll eine immunmodulatorische und ebenfalls entzündungshemmende Wirkungs-weise erzielen. Immunmodulatorische Therapien greifen regulierend in verschiedene Funktionsab-läufe des Immunsystems ein. Die Behandlung mit Tetracyclin wird normalerweise nach ein paar Monaten reduziert und dann eingestellt.

 

In sehr schlimmen Fällen oder wenn andere Behandlungsmöglichkeiten keinen Erfolg bringen, könnte eine Therapie mit Steroide wie Prednisolone/Prednisone sinnvoll sein. Cortison hemmt das Immunsystem, dadurch werden die körpereigenen Abwehrreaktionen unterdrückt und es wirkt ent-zündungshemmend. Der Einsatz von Cortison erfordert ein umfassendes Wissen über die Vor- und Nachteile dieser Behandlung. Auch ist abzuwägen, ob der Krankheitszustand des einzelnen Hundes ein aggressiveres Protokoll bei der Behandlung rechtfertigt.

 

Einige Behandlungsprotokolle umfassen auch Pentoxyfylline (Trental). Pentoxyfylline verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Sie erweitern die Blutgefäße und sorgen für eine bessere Flexibilität der roten Blutkörperchen. Das umliegende Gewebe wird folglich stärker mit Sauerstoff und Ener-giestoffen beliefert.

 

Die Behandlung darf nicht zu früh verringert werden. Der beschädigte Teil der Kralle benötigt noch Wochen oder gar Monate bis er herauswächst.
Der sichtbare Teil wurde schon ca. 3 Monate vorher gebildet und kann demnach noch unbehan-delt sein. Dadurch kann nach Beginn der Behandlung eine Phase der Verschlechterung auftreten, in der wieder einige Krallen ausfallen.

 

Die Erfolge der einzelnen Behandlungen sind also erst Monate später ersichtlich, da die Krallen sehr langsam wachsen. Es kann bis zu ca. 9 Monaten dauern bis die Kralle wieder ihre komplette Länge erreicht hat.

 

Eine bestimmte Menge von Versuchen ist erforderlich, bevor die richtige Behandlung für den ein-zelnen Hund gefunden wird. Jeder Hund kann anders auf die Therapien reagieren und auch die Dosierungen und die Dauer der Behandlungen können variieren. Den essentiellen Fettsäuren wird ein hoher Stellenwert bei der Behandlung von SLO beigemessen – auch hier sollte eine optimale Dosierung für den einzelnen Hund erfolgen.

undefined Fragebogen für Besitzer betroffener Hunde

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